Neben den Schülerinnen und Schülern aus den 6. – 9. Klassen konnte Rektor Franz Dürrmeier Herrn Pfarrer Müller, die Gemeinderäte Tretter, Angler und Müller, Herrn Altbürgermeister Wolf, Herrn Leopold von der Sparkasse, Herrn Kneißl von der Raiffeisenbank, Herrn Walter von der Polizeidienststelle Rottenburg und Herrn Schröter vom Kreisjugendamt begrüßen.
Besonders erfreut zeigte er sich darüber, dass zahlreiche Pensionistinnen und Pensionisten der Einladung gefolgt waren. Dürrmeier stellte dann mit Rektor Josef Wargitsch von der HS Ergoldsbach und Josef Wimbürger die Referenten der Ausstellungseröffnung vor.
Rektor Wargitsch führte aus, dass mit der Ausstellung den Ereignissen in Ergoldsbach in den letzten Apriltagen des Jahres 1945 eine dokumentarische Grundlage gegeben werden soll.
In der Endphase des Krieges versuchte die SS die Konzentrationslager rechtzeitig vor der näher rückenden Front aufzulösen, Spuren zu beseitigen und die Häftlinge zu evakuieren. Ein Todesmarsch mit etwa 40000 Häftlingen verließ Buchenwald zwischen dem 6. und 8. April 1945. Etwa 13500 Häftlinge starben dabei. Die Belastungen (kein Essen, Wasser aus Pfützen), aber auch Prügel bedeuteten für viele den Tod. Willkürlich erschossen die Wachmannschaften ihre Opfer und ließen sie nicht selten am Straßenrand liegen.
In Ergoldsbach und Umgebung wurden 67 Leichen gefunden und auf dem Friedhof Steinrain begraben.Am 28. April 1945 wurden 13 entkräftete Häftlinge vom Neufahrner Polizisten Kimmerling an den Ergoldsbacher Dorfpolizisten Max Maurer übergeben. Beide beschlossen, die Häftlinge zu verstecken.
Max Maurer brachte sie auf den Hof der Familie Gnadl in Prinkofen. Drei SS-Männer übernachteten ebenfalls auf dem Gnadl-Hof, ohne die Häftlinge zu bemerken. In der Zwischenzeit hatte Himmler den Befehl ausgegeben, alle Juden zu töten. Am nächsten Tag rückten die amerikanischen Truppen in Ergoldsbach ein und damit waren die 13 Menschen in der Gnadl-Scheune gerettet.Sehr beeindruckend für die Zuhörer waren die Ausführungen von Josef Wimbürger, dem Schwiegersohn von Max Maurer.
Tief bewegt schilderte er die Ereignisse der damaligen Zeit und seine spätere Freundschaft mit John Weiner, einem der Geretteten, der nach der Befreiung ein halbes Jahr im Hause Maurer lebte. John Weiner war der einzige aus seiner ganzen Familie, der den Holocaust überlebte.
1991 kehrte er aus Australien auf Besuch nach Ergoldsbach zurück und stellte mit Bedauern fest, dass seine Retter längst verstorben waren. Seine Bemühungen führten im Jahre 1997 dazu, dass Mauerer posthum als „Gerechter unter den Völkern“ in Yad Vashem geehrt wird.
