Musikalische Lesereise für Demokratie und Toleranz
Es war soweit. Ein Prinz kam nach Pfeffenhausen. Am Dienstag, 10. November 2009 war Sebastian Krumbiegel von den Prinzen zusammen mit Kristof Hahn zu Gast an der Pfeffenhausener Volksschule.
Sebastian Krumbiegel, ehemaliger Schüler der Leipziger Thomasschule und Sänger der Band „Die Prinzen“ und der Gitarrist Kristof Hahn lasen aus dem Buch „Hoffnung säen“ und spielten dazu Lieder aus „Geradeaus abgebogen“, dem aktuellen Soloalbum von Sebastian Krumbiegel sowie ausgewählte Cover-Versionen geschätzter Musiker von Rio Reiser, den Comedian Harmonists bis Udo Lindenberg.
Nur mit Fender Rhodes Piano und Steel Gitarre kreierten sie eine eindringliche musikalische Atmosphäre.
Im Jahre 1991 gründete Sebastian Krumbiegel, der Leipziger Thomaner-Sänger und ausgebildete Tenor mit einigen Chorkameraden die A-capella-Popband „Die Prinzen“, die auch heute noch zu den bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Bands gehört. Sein Solo-Album »Geradeaus abgebogen« zeigt eine weitere Seite von ihm: ohne seinen Sinn für den Prinzen-typischen Humor außer Acht zu lassen, lernen wir hier einen Sebastian Krumbiegel kennen, der sich mit der Gesellschaft, in der er lebt, ebenso ernsthaft wie auf augenzwinkernde Art auseinandersetzt. Bekannt ist er durch Hits wie "Schwein sein" oder "Alles nur geklaut". Wenn Sebastian Krumbiegel, Sänger der Prinzen, mit seinen Bandkollegen auftritt, geht es meist lustig und locker zu.
Die wenigsten kennen den 43-Jährigen jedoch als engagierten Künstler, der Ausländerfeindlichkeit in Deutschland anprangert und sich für die Rechte von Menschen aus anderen Kulturen stark macht. Diese andere Seite wollte Krumbiegel seinem Publikum jetzt in einer musikalischen Lesetour, die erstmals in Bayern auftrat, präsentieren.
Kristof Hahn ist einer von Berlins renommiertesten Gitarristen. Nach der Mitgliedschaft in diversen Bands (u. a. Legendary Golden Vampires, The Swans, Hugo Race, Koolkings) hat er mit seiner aktuellen Band Les Hommes Sauvages eine musikalische Heimat gefunden, die für ihren »Rock’n’Roll noir« mühelos Bluegrass- und Countryrock-Elemente mit Swingzitaten und Chansonmotiven verwebt.
Schüler zu weltoffenen und toleranten Menschen zu erziehen ist ein Anliegen der bayerischen Bildungspolitik. Neben dem Elternhaus kommt auch der Schule eine hohe Verantwortung zu, Kindern und Jugendlichen demokratische Werte zu vermitteln. Neben der Ausstellung der Friedrich--Ebert-Stiftung „Rechtsextremismus heute“, der Max-Maurer und Anna-Gnadl-Ausstellung, interkulturellen Schreibwerkstätten mit dem Autor Nevfel Cumart stellte die musikalische Lesereise “Ängste und Träume“ einen weiteren Mosaikstein zur Thematik „Erziehung zu Toleranz und demokratischem Bewusstsein“ an der Volksschule Pfeffenhausen dar.
Das Programm: Ängste und Träume“ warb für mehr Toleranz und Demokratie und wurde schon an mehreren Schulen in Deutschland, bei Veranstaltungen zur Interkulturellen Woche, sowie bei kirchlichen Veranstaltungen zur Friedensdekade aufgeführt. Im Buch »Hoffnung säen« versammelt Sebastian Krumbiegel Lebensgeschichten von Flüchtlingen aus Afghanistan, dem Iran, Irak, Serbien oder Syrien. Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten und jetzt in Deutschland leben, erzählen über ihre Heimat, ihre Erfahrungen in Deutschland, ihre Ängste und die Anstrengungen, in der fremden Umgebung zu bestehen. Sie sprechen über ihre Träume und die Hoffnung, für sich und ihre Kinder Sicherheit, Bildung und Zukunftsperspektiven zu finden.




